Auswirkung auf Tiere

Die vom Menschen verursachten Veränderungen der Naturräume und damit der Lebensbedingungen für die Tiere sind gewaltig. Im 20 Jh. wurden 95% aller Auenwälder vernichtet um zusätzliche, landwirtschaftliche Nutzflächen zu gewinnen. Heute werden in Mitteleuropa 55% der Fläche durch Landwirtschaft, 30% durch Forstwirtschaft, 10% als Siedlungsraum genutzt während nur noch 5% Naturschutzgebiete und Bereiche geringer Nutzungsintensität sind (vgl. Reichholf, Eine kurze Naturgeschichte des letzten Jahrtausends, Frankfurt 2007). Tiere wie der Milan oder die Fledermaus sind aber auf einen großen Lebensraum angewiesen und dieser ist nicht an ein bestimmtes Naturschutzareal gebunden. Er lässt sich schon gar nicht bürokratisch exakt mit einem bestimmten Radius auf einer LGN Karte festlegen. Wenn jetzt die Wald- und Freiflächen über die Nutzung für die industrielle Landwirtschaft und Forstwirtschaft hinaus auch noch massiv zur Energieversorgung herhalten müssen, wird dies gravierende, negative Auswirkungen auf die noch verbliebenen Tiere haben.

Die an die ausgewiesene Fläche zwischen Elkenroth, Nauroth und Rosenheim angrenzenden Natur- und Vogelschutzgebiete bilden für kleinere Vögel, zusammen mit den Kleinsäugern, aber gerade die Nahrungsgrundlage der Rotmilane. In den Waldgebieten, in denen sie um uns herum nisten, können sie gar nicht jagen. Dementsprechend unsinnig ist ein simpler Kreis ums Nest, wenn der nicht zumindest den Flugstrecken des Jagdgebietes entspricht. Das gleiche gilt auch für die Fledermäuse, die zwischen dem Waldrand und unseren ebenfalls naturnahen Gärten ein großes Angebot an Insekten finden.

Helfen Sie mit, den Bestand all dieser hochgefährdeten Arten zu erhalten und melden Sie uns Ihre Beobachtungen! Engagieren Sie sich beim Identifizieren der Fledermausarten oder dem Schutz der Nester!

Windenergie im Lebensraum Wald

Deutsche Wildtierstiftung veröffentlicht Studie zum Thema Windenergieanlagen im Wald im November 2014.

In manchen Bundesländern ist die Belastungsgrenze einzelner Arten bereits jetzt in Sicht, wenn nicht gar überschritten. Der Rotmilan etwa, eine global seltene Greifvogelart, für deren Erhalt Deutschland eine besonders hohe Verantwortung trägt, wird häufig Opfer von Kollisionen an Windenergieanlagen. In Brandenburg haben die Verluste durch Windenergie schon ein Ausmaß, das einen Einfluss auf die Population haben dürfte. An anderen Orten werden große, unzerschnittene Wälder für die Windenergie geöffnet. Oft sind Leidtragende bereits gefährdete Arten wie Schwarzstorch, Schreiadler und fast alle heimischen Fledermausarten. Der naturschutzfachlich unkontrollierte Ausbau der Windenergie gefährdet die Ziele des Arten- und Naturschutzes.

Download: http://www.deutschewildtierstiftung.de/uploads/media/Windenergie-Im-Wald-Deutsche-Wildtier-Stiftung.pdf

Greifvögel und Windkraft

Forschungsverbund unter Leitung des NABU veröffentlicht neue Studie

Greifvögel gehören weltweit zu den häufigsten Opfern von Windkraftanlagen

November 2014. In Deutschland sind es unter anderem Rotmilane, Wiesenweihen und Seeadler, die in den Rotoren verunglücken. Vorkommen dieser Arten sind deshalb oft Ablehnungsgründe für Windparkstandorte und verursachen regelmäßig gerichtliche Auseinandersetzungen. Die vom Bundesumweltministerium finanzierte Studie des Michael-Otto-Instituts im NABU, der BioConsult SH und des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung sowie weiterer Partner analysiert die Umstände, unter denen Greifvögel an Windrädern ums Leben kommen und soll so zu einer Versachlichung der Diskussion beitragen.

„Greifvögel verunglücken an Windkraftanlagen tagsüber und bei bester Sicht; sie scheinen die Risiken zu unterschätzen“ berichtet Dr. Hermann Hötker, Leiter des Michael-Otto-Instituts im NABU. In Deutschland besonders problematisch sind die Verluste von Rotmilanen, da der größte Teil des globalen Bestandes (weltweit etwas über 20.000 Paare) dieser sehr seltenen Art in unserem Land brütet.

Kern des Projektes war das genaue Studium des Verhaltens von Greifvögeln in Bezug auf Windkraftanlagen. Dazu wurden Rotmilane (vom Projektpartner Ökotop in Halle/S.), Wiesenweihen (vom Projektpartner BioConsult SH) und Seeadler (vom Projektpartner Institut für Zoo- und Wildtierforschung) mit kleinen Sendern versehen, die eine genaue Verfolgung der Tiere im Freiland ermöglichten. Alle Arten besaßen Streifgebiete von vielen Quadratkilometern. Ihre Flugrouten wurden oft durch besonders attraktive Nahrungsquellen bestimmt und führten regelmäßig quer durch Windparks. Besonders bei Rotmilanen und Wiesenweihen war jedoch eine Konzentration der Aktivitäten im Horstbereich festzustellen. Modellrechnungen legen nahe, dass das Kollisionsrisiko bei Rotmilanen in einem Bereich bis 1.250 Meter um den Horst besonders hoch ist.

Weitere Themen der Studie, an der sich außer den genannten Institutionen noch die Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest, die Staatliche Vogelschutzwarte im Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg sowie der Förderverein für Ökologie und Monitoring von Greifvogel- und Eulenarten beteiligten, waren mögliche Verdrängungen von Greifvögeln durch Windkraftanlagen, der Einfluss von Gittermasten auf das Kollisionsrisiko und die Klärung der Fundumstände toter Greifvögel in der Nähe von Windkraftanlagen.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass für den Schutz der Greifvögel innerhalb oder in der Nähe von Windparks keine besonderen Anziehungspunkte für diese Vögel geschaffen werden sollten. Dazu zählen Mist- und Komposthaufen und Brachen an den Mastfüßen. Auch die Anlage frühzeitig zu mähender Kulturen wie etwa Grünroggen sollte im Bereich von Windparks vermieden werden. Entscheidender Faktor bleibt allerdings der Standort: Windparks sollten in einen ausreichend großen Abstand von Rotmilanhorsten und nicht innerhalb von Schwerpunkträumen von Wiesenweihen und Seeadlern angelegt werden.

Die Studie zum Download unter: http://www.nabu.de/downloads/Endbericht-Greifvogelprojekt.pdf.

Der Rotmilan in unserer Region

Der Rotmilan lebt in unserer Region, er ist fast täglich in der geplanten Vorratsfläche sehr deutlich zu sehen. Im Frühjahr kann man bei Wanderungen durch die noch unbegrünten Wälder deren Horste entdecken. 

Rotmilan